
+ OKTOBERTREFFEN 2008 in Berlin
Im Oktober 2008 führte OWEN e.V. im Rahmen des Projektes Mobile Friedensakademie OMNIBUS Linie 1325, einen internationalen Austausch zum Thema „Gender in der interkulturellen Friedenserziehung“ durch. An dem Treffen, das vom 9. bis zum 21. Oktober in Berlin und Lenzen stattfand, beteiligten sich 20 kaukasische und 12 deutsche ALUMNI der OMNIBUS-Aufbaukurse sowie 8 Friedensfachkräfte aus Lateinamerika.
Alle am Oktobertreffen Beteiligten lernten voneinander und miteinander, konnten ihre jeweiligen Perspektiven erweitern sowie neue Ansätze und Ideen für die Verbindung von Genderaspekten mit ihrer friedenspädagogischen Praxis entwickeln. So diskutierten die Teilnehmenden u.a. Fragen des gesellschaftspolitischen Potentials der Friedenserziehung sowie Möglichkeiten der praktischen Anwendung des im OMNIBUS Gelernten.

+ Die drei Etappen des Oktobertreffens
Etappe 1: Dialog der deutschen und kaukasischen OMNIBUS-ALUMNI
Mit Hilfe pädagogischer Ansätze und Methoden aus den OMNIBUS-Kursen, stellten die deutschen und kaukasischen OMNIBUS-ALUMNI kulturelle und strukturelle Besonderheiten ihrer Länder und Regionen vor. Dabei brachten die Teilnehmenden viele Beispiele aus ihrer eigenen professionellen Praxis sowie ihren unmittelbaren Lebensumständen, für den Umgang mit Identitätskonflikten ein. Besondere Aufmerksamkeit wurde dem Unterschied zwischen der individuellen Identität und der nationalen bzw. staatlichen Zugehörigkeit geschenkt. Während mehrerer Besuche in Berliner NGOs und schulischen Einrichtungen, machten sich die kaukasischen Teilnehmenden mit den Besonderheiten und Arbeitsbedingungen zivilgesellschaftlicher Initiativen in Deutschland bekannt. Hier lernten sie Möglichkeiten und Herausforderungen der Integration von Genderperspektiven in zivilgesellschaftliches Engagement kennen. Gleichzeitig konnten sie auch ihre eigenen Ansätze in den jeweiligen Einrichtungen vorstellen.
Während des Treffens wurden Vereinbarungen über die weitere Arbeit des gesamtkaukasischen Netzwerks Friedenserziehung OMNIBUS 1325 getroffen, das aus dem Projekt Mobile Friedensakademie OMNIBUS Linie 1325 hervorgegangen ist. Die ALUMNI des Projekts sind fest entschlossen, die Zusammenarbeit innerhalb des Netzwerkes auch nach dem Ablauf des Projekts fortzusetzen. Über die im Kaukasus existierenden Konfliktlinien hinweg sollen gemeinsam Friedenserziehungsprojekte unter Berücksichtigung der Genderperspektive entwickelt und umgesetzt werden. Auch Vertreterinnen der deutschen OMNIBUS-ALUMNI werden in Zukunft die Möglichkeit haben, im gesamtkaukasischen Netzwerk Friedenserziehung mitzuarbeiten.
Etappe 2: Trialog zur Friedenserziehung
Hauptziele dieser Begegnung waren die Systematisierung und der Austausch der in verschiedenen gesellschaftlichen Kontexten und Bereichen gesammelten friedenspädagogischen Erfahrungen.
Teilnehmende aus Deutschland, dem Kaukasus und aus Lateinamerika präsentierten, reflektierten und diskutierten Beispiele ihrer jeweiligen gendersensiblen/gendersensibilisierenden praktischen Tätigkeit vor Ort. Dies passierte in mehreren, parallel stattfindenden Workshops zu folgenden Themen: „Geschichte und Erinnerung“, „Männlichkeit“, „Rolle von Frauen in der Friedenserziehung“, „Toleranz“, „Bilder von Frauen und Männern in den Medien“.
Gemeinsame Reflexionen dieser Workshops - die u.a. Vergleiche verschiedener gendersensibler friedenspädagogischer Ansätze, aber auch individueller Vorstellungen von Genderidentitäten anstießen - gab allen Teilnehmenden die Möglichkeit, über die eigene Rolle in der gendersensiblen Friedenserziehung neu nachzudenken.
Darüber hinaus wurden erste Brücken zwischen den beteiligten FriedensaktivistInnen und –pädagogInnen aus dem Kaukasus, aus Lateinamerika und Deutschland gebaut, die Perspektiven für eine zukünftige internationale Zusammenarbeit eröffnen.

Etappe 3: Podiumsdiskussion „Lange Wege zum Frieden im Kaukasus“
Den Abschluss des Oktobertreffens bildete eine öffentliche Podiumsdiskussion mit dem Titel „Lange Wege zum Frieden im Kaukasus“, die am 20.10.2008 in der Französischen Friedrichstadtkirche in Berlin stattfand.
In zwei Panels stellten neun OMNIBUS-ALUMNI aus verschiedenen Regionen des Kaukasus ihre Friedensarbeit vor und diskutierten - angesichts des Augustkrieges, der zunehmend angespannten Konfliktlage sowie der schwachen Zivilgesellschaft in der gesamten Region - Möglichkeiten und Herausforderungen des weiteren zivilgesellschaftlichen Friedensengagements im Kaukasus.
+ Pädagogische Leitung des Oktober-Seminars:
- Dr. Marina Grasse – Projektleitung
Biologin, Trainerin; Spezialgebiet: Geschichts- und Erinnerungsarbeit
- Dana Jirouš - Assistenz der Projektleitung
Politologin; wissenschaftliche Mitarbeiterin
- Anne Dirnstorfer – Leitung der Theaterworkshops
Theaterpädagogin |